Bierberater MüGro

International Beer Sommelier * Bierbotschafter IHK * Candidate of the Institute of Masters of Beer


Drei Stouts

Aus gegebenem Anlass haben wir drei Stouts verglichen (wir brauchten eines als Grundlage für ein Gulasch) und in Stichworten die Eindrücke und damit Unterschiede notiert.

Guinness: Der Klassiker. Was soll man sagen. Guinness halt. Transportiert ein Image Irlands in die ganzen Welt. Klaro: unübertroffener Schaum, langanhaltend stabil, feinporig und cremig. Im Aroma Kaffee und Röstaromen. Im Geschmack von allem etwas (und etwas wenig, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf): Röst, Bittere und Süße. Sehr leicht trinkbar, balanciert, gefällig, etwas wässrig und damit sehr schlank. Das ist das Geniale an diesem globalen Gassenhauer, und zugleich der Nachteil. Trotzdem: passt ins Gulasch, macht aber gewaltig Schaum im Schmortopf.

Brew Dog: Mit Brew-Dog-typischer Bescheidenheit erklärt man das Bier mal eben zum planetenweit maßgeblichen Stout des 21. Jahrhunderts. Und doch arbeitet man sich am großen Vorbild ab, sogar im Design (wie das Black von Anspach & Hobday, was hierzulande aber nicht zu bekommen ist.) Und doch ist es ausgesprochen gelungen. Deutlich schwärzer und röstiger und dazu mit einer schönen, blumigen Hopfennote hintergründig aromatisiert. Merklich bitterer als Guinness. Während das Guinness süßmalzig ist, ist der schottische Konkurrent röstmalziger und bringt auch eine ganz leichte Fruchtnote mit ins Glas. Der Schaum ist dunkler, kann aber trotzdem mit dem Vorbild aus Dublin nicht mithalten. Mit seinen Aroma-Komponenten ist es nicht optimal geeignet, unser Gulasch zu würzen. Ist zugegebenermaßen aber mein Favorit …

Fränkisch Stout: Gebraut bei Kauzen Bräu für einen schottischen und einen irischen Clan (aus Waigolshausen und Leverkusen ! ). Insofern eine witzige Kombi aus den beiden oben beschriebenen Stouts. Ganz anders, aber auf seine Weise sehr gut und sehr lecker. Der großporige Schaum ist allerdings schnell weg. Im Aroma florale und gemüsige Noten, im Geschmack deutlich weniger röstig, wenig Kaffee, leichte Bittere, insgesamt aber ausreichend malzig, schön rund und angenehm fränkisch. Sehr gut trinkbar und sicher auch hervorragend als Grundlage fürs Gulasch geeignet.