Das Grape Ale Riesling Blonde von Ale-Mania Bonn in Kooperation mit Winzer Julien Renard und Biersommelier Holger Beßlich ist ein Bier-Wein-Hybrid und bewegt sich auf den Pfaden der IGA (Italian Grape Ale), die die Brücke vom Biertrinker zum Weintrinker schlagen wollen. Ok, kann man machen, ein Versuch schadet ja nicht. Bei diesem Vertreter trifft eine Bierwürze, die meines Erachtens auf dem Weg war, ein Belgian Saison zu werden, im Gärtank auf Riesling-Most. Die wilden Hefen auf den Trauben sorgen für die Gärung, die Zugabe einer weiteren Hefe (S33) verstärkt diese noch einmal. Als Malz kommen Gerste und Weizen zum Einsatz. In der Nase belgisch-säuerliche Noten. Dazu kommt ein schönes Buquet aus Apfel, Honigmelone, Banane (fast wie Bananenmilchshake) mit ein wenig Schwefel im Hintergrund. Im Geschmack dann sofort eine ordentliche Weißwein-Säure, dann rasch wieder Apfel, erinnert an einen leichten, milden Cider. Das meiste spielt sich auf Zungenspitze und Mittelzunge ab, nach hinten raus bleibt nach einer deutlichen aber kurzen Bittere nicht viel, der Geschmack verfliegt recht schnell. Die 7,2 % ABV sind schier nicht zu merken. Ausgewogen ist es allemal, weder Wein noch Bier übernehmen die alleinige Kontrolle, insofern passt es gut in den Stil. Alles in allem: ein schönes, säuerlich-herbes, trockenes, erfrischendes Bierchen, ohne besonders spektakulär zu sein, was es vielleicht auch gar nicht will.
Ich persönlich bleibe beim richtigen Bier, man möge mir verzeihen … 🍻😊
Ale-Mania Grape Ale Riesling Blonde
