Ausverkauft nach 50 Minuten. Es gab ja auch nur 320 Dosen. Ich habe 4 ergattert und lange überlegt, ob ich nun wenigstens eine trinke. Hab die Dose in die Hand genommen, zurückgestellt, wieder angefasst, losgelassen und so mehrmals weiter. Und dann doch zugepackt, aufgemacht, eingeschenkt, gerochen. Frucht rieche ich, so etwas wie Pfirsich, Maracuja, Mango und Litchi, ein wenig Rum und Holz, ein Hauch Vanille. Dann endlich der erste Schluck. Samtig und rund, fast einschmeichelnd harmlos zuerst, irgendwie apfelfruchtig-pfeffrig dann und nach hinten fließend zunehmend schärfer. Aromen und Sensorik erfüllen den ganzen Mundraum, die muskulösen 10 % ABV halten sich vornehm im Hintergrund wie die Bodyguards eines Superstars ohne Starallüren: immer merklich und sichtbar, nie protzig. Der herrliche Geschmack tanzt auf der Zunge, es moussiert wunderbar weich und porig im Mund. An den Seiten der Zunge bleibt die Schärfe haften, auf die schöne Art, sexy. Dass das Bierchen in Fässern war, in denen 17 Jahre Rum gelagert war, steht geschmacklich weniger im Vordergrund als man meinen würde. Es ist tatsächlich eher eine Rum-Seele, wie es auf der Dose heißt. Was die Engel übrig gelassen haben. Ein Traum.
P.S. Die drei verblieben Dosen kommen in den Tresor.
P.P.S. Also, den Alkoholgehalt merkt man schon …
