Im Glas ein Budweiser. Aber das Original. Nicht zu verwechseln mit der Biermarke „Budweiser“ von Anheuser-Busch. Wer beide getrunken hat, wird den Unterschied nie vergessen. Die Brauerei Budweiser – eigentlich Český akciový pivovar, heute tschechisch Budějovický Budvar – wurde 1895 in Budweis, Tschechien, gegründet. Budweiser Lager-Bier war um 1900 quasi die Benchmark, weltbekannt und sehr beliebt, so dass auch in den USA Bier unter dem Namen Budweiser vertrieben wurde – von Anheuser-Busch. Das führte ab 1907 zum legendären Budweiser-Streit zwischen Anheuser-Busch und Budějovický Budvar, der bis heute nicht so ganz ausgeräumt ist. In den USA darf nur Anheuser-Busch Bier unter dem Namen „Budweiser“ vertreiben, überall sonst darf das Bier aus Tschechien Budweiser heißen, nur in den USA heißt es Czechvar, wohingegen das US-Budweiser in Europa unter dem Namen „Bud“ bekannt ist. Alles klar?
Übrigens war die heutige Budějovický Budvar eine tschechische Antwort auf die „Budweiser Bürgerbräu“, die wesentlich ältere Budweiser-Brauerei, die mehrheitlich im Eigentum deutschsprachiger Brauberechtigter war und die ihr Budweiser schon in den 1870ern in die USA exportierte, und also ab 1907 auch Partei im Budweiser-Streit war. 2012 übernahm ein Gigant der Brauindustrie die Markenrechte, 2014 schließlich die ganze Brauerei. Der Gigant war natürlich – Anheuser-Busch. Die Brauerei heißt seidem „Samson“.
Um zum Bier zurückzukommen: Wer ein Bud erwischt, kann ersatzweise auch Wasser trinken. Wer noch weniger Geschmack will, trinkt Bud Light. Die Berechtigung für die Existenz dieser Bier ist einzig ihr Verkaufserfolg. Wer ein Budweiser aus der staatlich tschechischen Budweiser-Brauerei im Glas hat, macht nichts falsch. Solide, bodenständig, unkompliziert, malzig süß, ein Hauch von Diacetyl, moderate Bittere. Enspannt und easy.
Budweiser
