Als ich so um 2016, 2017 so richtig angefangen habe, mich mit dem so genannten Craftbeer zu beschäftigen, war Kuehn Kunz Rosen eine der ersten Brauereien, die mir auffiel. Vielleicht wegen dem sperrigen Namen, der auf den ersten Blick allen Marketing-Empfehlungen für Keep-it-short-and-simpel zu widersprechen scheint, auf den zweiten aber wunderbar harmonisch klingt, fast ein wenig poetisch. Der Name ist eine Huldigung auf – den mutmaßlich kühnen – Kunz von der Rosen (1470 bis 1519), Berater des deutschen Königs und Kaisers Maximilian I. und mit Redefreiheit bei Hofe privilegiert. Zugegeben: nach der ersten Begegnung habe ich die Brauerei ein wenig aus den Augen verloren und wahrscheinlich etwas verpasst. Zum Beispiel dieses Kuehne Blonde, ein astreines Wit. Herrlich frisch und würzig, leicht und schlank, macht die Nase frei und veranstaltet ein schönes Aromentheater mit den Hauptdarstellern Orange, Koriander und Paradieskörnern auf der Zunge, unterstützt vom Mandarina-Bavaria-Hopfen, der außerdem eine milde Bittere in den Abgang zaubert. Weizen- und Haferflocken geben dem wit-hellen Bier eine cremige Konsistenz. Fein. Ich muss doch wieder mehr Kuehn Kunz Rosen trinken.
