Soweit ich das recherchieren konnte, wurde die Fullers Brewer’s Reserve No. 3 2011 auf den Markt gebracht, nachdem sie zuvor 800 Tage in einem Whisky-Fass der Auchentoshan-Destillery gereift war, das wiederum ursprünglich aus den USA gekommen und mit Bourbon vorbelegt gewesen war. Mindesthaltbarkeitsdatum laut Fullers: Ende 2014, womit da Bier bei meiner Verkostung fast 10 Jahre über MHD war. Gekauft habe ich es im Sommer 2022 im Brewery-Shop in Chiswick. Die lange Lagerung hat dem Bier insofern nicht geschadet, als dass es absolut trinkbar war. Genützt hat sie auch nichts, weil die Aromen doch weitesgehend abgebaut waren. Aromatisch und geschmacklich flach sind lediglich eine leichte Holznote und zarte Anklänge von – sozusagen staubigen – Trockenfrüchten geblieben, im Hintergrund Säure, die ganz leicht schon an Pferdedecke und ein bisschen an Salmiakbonbons erinnert. Das mag insgesamt auch daran liegen, dass das Grundbier nicht so gehaltvoll war, dass es alleine für sich schon das Zeug zum Langstreckenläufer gehabt hätte. Die Fassreifung wiederum scheint dem nicht genug im positiven Sinne zugesetzt zu haben, dass sich die Aromen über diese lange Zeit – fast 13 Jahre in der Flasche – gehalten hätten. Auch etwaiige Alterungsaromen scheinen die Flasche schon vor längerem verlassen zu haben. Ganz anders übrigens Fullers Brewer’s Reserve No. 4, das um 2010 365 Tage in einem Armagnac Fass reifen durfte und dass ich im Sommer 2023 verkostet habe – das war großes Geschmackskino.
