Bierberater MüGro

International Beer Sommelier * Bierbotschafter IHK * Candidate of the Institute of Masters of Beer


Braupakt Blonde Ale

Treffen sich zwei Heilige … zack, schon falsch. Der Herr, der auf den Flaschen der St.Bernardus-Brauerei abgebildet ist, ist allen Gerüchten zum trotz kein Geistlicher (mehr). Auf dem Braupakt Blonde Ale ist er links zu sehen. St. Bernardus hat bis 1992 in Lizenz für das Kloster St. Sixtus (Westvleteten) gebraut. Nachdem die Lizenz abgelaufen war und man nicht mehr im Auftrag des Herrn braute, durfte der Mönch kein Mönch mehr sein, sein Scheitelkäppchen wurde zur Glatze und das Brustkreuz eine Gilden-Kette. Das Äußere erinnert natürlich sehr an einen Mönch – pfiffiges Marketing. Der Herr neben dem Ex-Mönch ist hingegen wirklich ein Heiliger namens Korbinian, gestorben 730 in Freising und dortselbst als erster Bischof des Ortes bekannt. Weihenstephan ist zweifellos wegen der Abtei, der Bayerischen Staatsbrauerei und den Brauerei-Lehrstühlen der Uni der bekannteste Ortsteil von Freising.
Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan hat kürzlich mit der Brauerei St. Bernardus den zweiten Braupakt geschlossen – den ersten gabs 2018 mit Sierra Nevada. St. Bernardus ist der offizielle Importeur von Weihenstephaner Bier in Belgien. Eine naheliegende Kollaboration also. Und eine extrem gut gelungene. Das Braupakt Blonde Ale ist ein wunderbar köstliches Bier, erfrischend fruchtig, ein Hauch Nelke, ein bisschen Zitrus, eine dezente und gut eingebundene Würze. Der Hopfen kommt aus Belgien von den Feldern, die direkt neben der Brauerei St. Bernardus liegen, die Hefe aus Weihenstephan, das Malz aus Bayern, das Wasser aus Freising. Ein ebenso vielschichtiges wie eingängiges Bier, eine schöne Interpretation des typisch belgischen Bierstils Blonde Ale, gemacht von zwei ganz Großen der Brauwelt. Kann man kastenweise trinken.