Bierberater MüGro

International Beer Sommelier * Bierbotschafter IHK * Candidate of the Institute of Masters of Beer


Bitter

Bitter – ein typisch britischer Bierstil. „Die Vorzeigebiere des britischen Pubs des späten 20. Jahrhunderts.“¹ Wobei man ehrlicherweise dazu sagen muss, dass es sich eher um einen englischen Bierstil handelt, als um einen walisischen oder schottischen. Bitter ist die einfachste Variante bis ca. 3,8 % ABV, gefolgt von Best Bitter bis ca. 5 % ABV und Extra Special Bitter mit höherer Alkoholstärke.¹ Die Camra unterscheidet Session Bitters bis 4,3 % ABV und Premium Bitter bis 6,4 % ABV mit gleichen typischen Aromen: „typically earthy, spicy and peppery but may also be floral, piney or citrus.“² Charakteristisch sind auch Aromen von Biskuit und Karamell. Viele Bitters haben auch einen Hauch von Butter, was durchaus erlaubt ist. Die Karbonisierung ist typischerweise gering, die Trinktemperatur insbesondere in Pubs, wenn das Bitter aus dem Cask serviert wird, um die 12 Grad. Cooled but not cold, wie der Engländer sagen würde. Bitter werden aus Ale- und Crystal-Malt gebraut, mit englischen Hopfensorten wie Fuggles und Goldings aromatisiert und mit einer englischen Ale-Hefe vergoren.¹

Bitter sind nicht so bitter, wie der Name glauben lässt. Historisch waren sie aber hopfenbetonter und damit bitterer als zum Beispiel malzbetonte Porter oder leichtere Milds. Auch heute ist die Bitterness typisch und bisweilen hoch, aber nicht zu vergleichen mit manch einem IPA amerikanischer Prägung oder einem norddeutschen Pils.

Ein Bitter muss nicht zwingend Bitter als Teil des Namens auf dem Etikett tragen. Fuller’s London Pride oder Timothy Taylor Landlord sind auch Bitter. Die Farbe kann von Gold bis Bernstein variieren, je nach der Malzmischung. Manch eine Brauerei nennt ihr 3,8-Prozentiges „Bitter“, eine andere nennt es „Best Bitter“. Bitter ist somit schwer zu greifen und wird daher von vielen auch als Sammelbegriff für verschiedene Ales von Golden bis Imperial Pale verwendet. Das wiederum passt zur Geschichte, denn der Begriff Bitter „tauchte erstmals in den frühen 1800er Jahren auf, als er austauschbar mit Pale Ale verwendet wurde.“¹ Das war die große Zeit der Porter-Biere, die zwar charakteristischerweise auch bitter sind, aber eben malzbetont, nicht hopfenbetont.

Einer der vielen Vertreter des Stiles Best Bitter ist das Castle Bolton Bitter der Yorkshire Dales Brewery. Mit 3,8 % ABV ist es am unteren Ende des Möglichen, geschmacklich aber ganz weit vorne und in jeder Hinsicht typisch.

Quellen

  1. https://www.ebcu.org/the-beer-styles-of-europe-and-beyond/the-world-of-ale/session-strength-ales/british-session-ales-english/
  2. https://camra.org.uk/learn-discover/the-basics/beer-styles/

Weitere Quellen