Leffe Brune – ein belgisches Abteibier im Stile des Dubbel. Einst ein Produkt der Abtei Notre-Dame de Leffe bei Dinant (Wallonien), wo seit 1240 gebraut wurde. Nach der Französischen Revolution war Schluss mit Kloster. Die Marke lebte in den 1950-Jahren wieder auf, ging an Stella-Artois und die wiederum 1987 in die Interbrew-Gruppe und die ist heute ein Teil von Anheuser-Busch InBev. Hier braut also kein Mönch mehr, kein Abt sagt, was Sache ist, und statt dem lieben Gott wird der schnöde Mammon angebetet. Immerhin kommt jedes dritte auf der Welt getrunkene Bier aus einem Sudkessel von Anheuser-Busch InBev. Eins davon ist das Leffe Brune in der alkoholfreien Variante. Und, man lese und staune: Es ist gar nicht schlecht. Die kastanienbraune Farbe mit roten Reflexen ist eine Wucht. In die Nase kommen die typischen belgischen Hefe-Aromen, ein bisschen Schokolade und Karamell, ein Hauch Rosinen, eine leichte Röstnote. Im Geschmack punktet zuerst die angenehme malzige Süße, dann setzen sich sehr schnell fruchtige Aromen durch und hinten raus kommt eine milde Bittere. Das Mundgefühl ist cremig, prickelnd und erfrischend. Trotz der dunklen, fruchtigen, röstigen Aromen und der Cremigkeit ein leichtes Bier. Wenn das heimelige Kirchenfenster-Logo und die prätentiöse Angabe “1240” auf dem Etikett auch ein Bild vermitteln, das andere (lebendige) belgische Abteibrauereien sehr viel eher erfüllen, so wird das Leffe Brune seinem Anspruch doch absolut gerecht: hohe Drinkability mit viel Geschmack und erträglicher Süße.
