Zwei Mal Night Shade Imperial Stout. In der Dose das Original, in der Flasche das gleiche Stout, aber barrel aged. Die Dose habe ich im Sommer 2023 bei der Wensleydale Brewery in Leyburn, Yorkshire, gekauft, als es die barrel aged Version noch nicht gab, die Flasche dann genau ein Jahr später, nachdem die Brauerei das ”überschüssige” Imperial Stout in Bourbon-Fässern ausgebaut hatte. Ziemlich identisch sind Farbe und Konsistenz der Stouts, in Aroma und Geschmack offenbaren sich aber große Unterschiede. Der Geruch der Dosen-Version erinnert mich spontan an Lakritz, Karamell, Fudge und Malzbonbons. Im Mund wiederholt sich das. Der Antrunk ist leicht süß, der Abgang bietet eine milde Röstbittere. Insgesamt ist das Bier malzwürzig und hat einen intensiven, komplexen und anhaltenden Geschmack. Die im Bourbon-Fass gelagerte Version überfällt die Nase mit einem markanten Holzaroma. Es ist insgesamt weicher, zurückhaltend, auf den ersten Schluck weniger aromatisch und dafür feingliedriger als das Ausgangsbier, fast ein bisschen weinartig, und bringt neben Marzipan auch eine leichte Schärfe im Abgang mit sich. Das Night Shade aus dem Fass offenbart seine aromatische Vielschichtigkeit fast schüchtern nur schlückchenweise. Die 10 Prozent Alkohol verstecken sich nicht, sind aber auch nicht aufdringlich. Ein komplexes und schmackhaftes Trinkvergnügen.


